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Farben richtig verdünnen

Airbrush-Farben-01Die richtige Verdünnung der Farbe für die Arbeit mit der Airbrush-Pistole erwies sich für mich viele Jahre lang als die Suche nach dem heiligen Gral, was letztlich auch dazu führte, dass die Suche überhaupt so lang gedauert hatte.

Einleitung

Beim Airbrushen arbeite ich an meiner Aztek 470 überwiegend mit Revell Aqua Color (Acryl) Farben und einem Arbeitsdruck von ca. 1,6 bis 1,8 bar.
Beim Verdünnen der Farbe hatte ich mich früher ungefähr an die Vorgaben des Herstellers gehalten, wonach ich meine Aqua Color Farben im Verhältnis 4:1 mit dem „AQUA Color Mix“-Verdünner mischen sollte. Das Ergebnis sollte „ungefähr Milchkonsistenz“ haben, wie mir andere Modellbauer versicherten – eine sehr vage Aussage… zumindest für mein Verständnis.

Der „AQUA Color Mix“ Verdünner von Revell eignet sich meines Erachtens hervorragend und verzögert dabei sogar noch ein klein wenig die Trockenphase, so dass man – gerade auf größeren Flächen – gut nass in nass arbeiten kann.
Ein Verdünnen mit Wasser ist grundsätzlich auch möglich, kann aber das Ergebnis beeinträchtigen und die Farbe schneller austrocknen.

Fürs Zusammenmischen der Farbe mit dem Verdünner, verwende ich eine 1,25 ml Spritze mit Maßskala und gemischt wird ausschließlich in Leergebinden von Vallejo.

Das Problem

Sehr oft hatte ich in der Vergangenheit das Problem, dass mir beim Airbrushen schnell die Düse verstopfte oder sie dicke Spritzer herausrotzte – entschuldigt bitte diesen Ausdruck, aber das beschreibt es halt am Besten.
Lästiges und häufiges, minutenlanges Reinigen der ganzen Pistole samt Düse waren die Folge und trübten den Spaß an der Arbeit so sehr, dass ich die Airbrush und das Modell oft wochenlang nicht mehr anrührte und wenn, dann nur noch am Wochenende, wenn ich viel Zeit und Lust hatte.
Auch war der Farbauftrag – wenn nicht gerade dicke Spritzer heraus kamen – eher rau und voll kleiner Tröpfchen, die eine gleichmäßige und glatte Oberfläche unmöglich machten.

Das Bemalen meiner Modelle wurde zum Glücksspiel, welches ich zu häufig verlor und somit allmälich auch die Lust am Bemalen mit der Airbrush selbst.

Obendrein endete jede Airbrushsession mit einer mehr als halbstündigen Reinigungsaktion, bei der die Düse demontiert und die Einzelteile Stück für Stück akribisch gereinigt werden mussten. Das gab meinem Spaß am Hobby fast den Rest…

Die Lösung

Dann stolperte ich eher zufällig im Web über einen Tipp, wonach ich die Farbe (insbesondere matte Farben) immer mit mindestens der dreifachen Menge Verdünner mischen sollte, um diese oben genannten Probleme zu vermeiden und einen glatten Farbauftrag zu erhalten.
Dieses Mischverhältnis wiedersprach zwar komplett meinem bisherigen Wissen (nicht dass es mir zuvor viel gebracht hätte), machte mich aber neugierig genug, um es doch einfach mal auszuprobieren, bevor ich die Airbrusherei ganz aufgebe…

Und was soll ich sagen? Es funktioniert wunderbar!

Mittlerweile habe ich ein wenig mit dem Mischverhältnis herumgespielt und mich auf eine Farbe:Verdünner Mischung von ca. 1:2 bis 1:3 eingestellt – das ist aber auch immer abhängig von der ursprünglichen Farbkonsistenz. Einige Farben sind im Vorfeld schon etwas dünner, andere eben nicht.

Das Ergebnis ist bisher immer ein sauberer Farbauftrag mit glatter Oberfläche. Durch das größere Verdünnungsverhältnis muss man lediglich mehrere dünne Farbschichten auftragen, um die gewünschte Deckung zu erreichen. Wenn ich das aber mal zeitlich gegenrechne, bin ich damit dreimal so schnell fertig, als wenn ich ständig verstopfte Düsen reinigen muss.
Und man sollte aufpassen, dass die besprühte Fläche nicht zu nass wird und sich ein Tropfen bildet. Lieber etwas weniger Farbe pro Auftrag und dafür 2 Mal öfter drüber gehen.

Positiver Nebeneffekt der stärkeren Verdünnung: Ich brauche die Airbrushpistole nach der Arbeit oft nicht mehr reinigen. Wenn ich mit einer Farbe fertig bin, puste ich die Pistole mit klarem Wasser auf einem Stück Küchenrolle durch, bis keine Farbe mehr austritt und fertig ist die Sache. So kann ich auch mal eben zwischendurch etwas bemalen und bin nach 5 bis 15 Minuten komplett fertig.

Klar, alle 8 bis 10 Male zerleg ich die Düse natürlich auch und reinige sie gründlich von Farbresten aber das steht in keinem Verhältnis mehr zu früher… und die Arbeit mit der Airbrusch macht – auch unter der Woche – wieder richtig Spaß!

Fazit

Natürlich muss hier jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln und vielleicht ist es bei anderen Airbrushes oder mit anderem Arbeitsdruck auch anders mit dem genauen Mischverhältnis.
Aber ich habe jahrelang immer gedacht, ich bekomm es einfach nicht richtig hin mit dem Airbrushen. Nun weiß ich, man muss auch mal neue Wege gehen, um ans Ziel zu gelangen. Hat in diesem Fall wunderbar geklappt.

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