Meine goldenen Modellbauregeln

Es kann im Modellbau immer mal wieder ein Mißgeschick passieren. Schlimmstenfalls ist das Modell nicht mehr zu retten. Oft kann man den Fehler aber noch korrigieren oder kaschieren.
Hier fasse ich meine persönlichen Modellbauerfahrungen in meinen persönlichen goldenen Regeln zusammen.
Diese sind mir nicht freiwillig eingefallen! Ich beschreibe, was in meinem Fall passiert ist, wie ich versuchte die Situation zu retten und ob es ein Erfolg war. Die Reihenfolge der Regeln ist irrelevant.

 

Regel 1

Was auch immer passiert, bewahre einen kühlen Kopf und überstürze nichts.

Wenn der Super-GAU eintritt und das Modell droht den Weg alles Irdischen zu gehen, bleib ruhig und erhol Dich erstmal ein paar Sekunden – oder wenn es die Zeit zulässt ein paar Minuten – von dem Schock.
Dann überlege, was Du tun kannst, um das Schlimmste zu verhindern oder wenn bereits geschehen, das zu retten, was noch zu retten ist.
Oft kommt mir beim zweiten Nachdenken und mit etwas Abstand eine rettende Idee.

 

Regel 2

Fixiere Bleigewichte in Flugzeugmodellen niemals mit Weißleim!

UHU-Patafix oder Knete ist dafür wesentlich besser geeignet und verteilt sich nicht im ganzen Cockpit.
Weißleim hat eine sehr lange Trocknungszeit und je mehr Weißleim man verwendet, desto länger dauert es.

In meinem Fall habe ich Bleigewichte in der Nase einer T-2C Buckeye mit Weißleim fixiern wollen. Beim zügigen Weiterbau maskierte ich schließlich die Cockpitkanzel für die Lackierung, lagerte das Modell nach Bemalung der Unterseite auf dem Rücken liegend und guckte dumm aus der Wäsche, als ich drei Tage später – nach erfolgter Lackierung des Modells – die Cockpit Masken abzog und mir ein schöner, weißer Fleck Weißleim auf der unerreichbaren, inneren Kanzelseite entgegenstrahlte.

Also, ab jetzt nur noch mit Patafix fixieren. Wenn es aber dennoch unbedingt Weißleim sein soll – dann am Besten eine ganze Nacht durchtrocknen lassen!

 

Regel 3

Lasse alle Klebestellen und Farbaufträge immer ausreichend durchtrocknen!

Sonst kann es böse Überraschungen geben, die Klebenähte können sich wieder lösen, oder die noch nicht ganz trockene Farbe wird bei der weiteren Verarbeitung versaut.

 

Regel 4

Wenn Du mit Handschuhen arbeitest (insbesondere beim Airbrushen), wechsle sie nach jedem Farbauftrag!

Am Handschuh anhaftende Farb-Pigmente setzen sich sonst gern auf Flächen Deines Modells ab, an denen Du sie überhaupt nicht gebrauchen kannst. So hatte ich nach der Arbeit mit weißer Farbe schon mal unzählige weiße Pigmente auf einem anschließend frisch lackierten schwarzen Modell.

 

Regel 5

Wenn beim Airbrushen die Pistole beginnt zu spucken, dann hör mit der Arbeit auf und reinige sie!

Sie wird nicht eher mit der Spuckerei aufhöhren und das Modell wird es Dir danken. Oft reicht es schon, mit einem nassen Pinsel die Düse zu überbürsten, um eine leichte Verstopfung oder einen Pfropfen zu beseitigen.
Sollte Sie nach Reinigung dennoch weiterspucken, überprüfe, ob ggf. der Luftdruck zu hoch oder zu niedrig eingestellt ist. Für meine Revell Aqua Color verwende ich meist einen Arbeitsdruck von ca. 1,0 bis 1,3 bar.

 

Regel 6

Wechsle niemals im laufenden Betrieb (mit vollem Farbtank) die Düse!

Ich Depp habe es erst kürzich getan und teuer dafür bezahlt: Ich bemerkte beim Farbauftrag, dass die feine Düse der Aztek zu klein für einen flächigen Farbauftrag war.
Also dachte ich (mein erster Fehler), wechsle ich eben mal die Düse. Ich lies den vollen Tank an der Airbrush (mein zweiter Fehler) und schraubte die feine Düse ab. Sofort begann sich die Farbe aus dem Tank in die Airbrush zu entleeren, da es nun kein Rückhalte Ventil mehr gab. In erster Panik schraubte ich schnell die neue Düse auf und wollte weiter arbeiten (mein dritter Fehler). Diese spritzte aber nun aus den undenkbarsten Stellen Farbe in alle Richtungen.

Die Folge: Zwei Düsen und die Airbrush versaut, einen Tank voll Farbe verloren (ca. 2-3 ml) und der Arbeitsplatz voller Farbspritzer.
Glück im Unglück: Das Modell hat nichts abbekommen und ich gelobe, ich werde es nie wieder tun :-)

 

Regel 7

Bei der Arbeit mit mattem Klarlack nicht zu dick auftragen

Mit jeder weiteren Klarlackschicht (matt) erscheint die darunter liegende Farbe blasser und milchiger. Also lieber mit einer oder zwei dünnen Schichten begnügen, als sich hinterher zu ärgern.

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