Mittlere Artillerie (15 cm)

Die 12 15-cm-Geschütze der mittleren Artillerie sind in 6 Doppellafetten (je 3 Steuerbord und 3 Backbord) untergebracht. Hier bietet der recht einfach gehaltene Rohbau von Revell, unter Zuhilfenahme zahlreicher Zurüstsätze, einiges an Potential zur Verfeinerung.

Neben denen der Platinum Edition beiliegenden Zurüstsätze von Pontos (gedrehte Messingrohre & Photoätzteile), habe ich mir den Ätzteilsatz von Eduard („Turrets & Railings“), sowie Resin Blast Bags von VeryFire zugelegt. Zum Teil überschneiden sich somit die Zubehörteile und man hat im Idealfall eine größere/bessere Auswahl.


Blast Bags

16.01.2020 – Vorgestern dann auch tatsächlich die heiß erwartete Lieferung aus Australien, mit den Resin-Blast-Bags von VeryFire:

Enthalten waren 8 Resin-Bags und gedrehte Messing-Rohre für die schwere Artillerie und jeweils 12 Stück für die mittlere.

Bei den mittleren Artillerie war ich angenehm davon überrascht, wie perfekt sich die Blast-Bags in das Gehäuseteil einfügen lassen. Bei der SA muss ich an einer Stelle minimal nachschleifen – daher hiervon noch keine Fotos.


Erste Ätzteile

Anfang Februar 2020 – Die ersten Photoätzteile für die mittlere Artillerie fanden ihren Platz.


Probleme und deren Lösung…

19.02.2020 – Immer wieder komme ich beim Bau an einem Modell an einen Punkt, wo ich auf ein Problem stoße, für das ich für den Moment keine Lösung finde. aber es zeigt sich immer wieder „Kommt Zeit, kommt Rat“…

So auch bei meinen Türmen der mittleren Artillerie, für die ich zwischenzeitlich ja mal Resin-Blastbags bestellt und beim letzten Mal hier vorgestellt hatte.

Aber zunächst mal zu einer kleinen Ätzteilorgie, die an diesen Türmen vollzogen wurde. Dabei ergänzten sich die mir vorliegenden Ätzteilsätze von Pontos und Eduard, sowie die Steigeisen-Leitern von Rainbow hervorragend:

Das Ganze war eine ziemliche Fummelei, die sich über drei Abende erstreckt hat aber der Aufwand hat sich in meinen Augen mehr als gelohnt.
Da sowohl bei Pontos (Revell) als auch bei Eduard katastrophal falsche Angaben zur Platzierung und Verwendung einzelner Ätzteile gemacht wurden, war ich umso glücklicher, dass sich das Buch „Anatomy of the Ship – Battleship Bismarck“ in meinem Besitz befindet. Dort konnte ich auf den 3D-Bildern & Zeichnungen die jeweils exakte Position ermitteln und meinen Fähigkeiten gerecht best möglich umsetzen.
So war bei Eduard & Pontos z.B. für jeden Turm die Positionierung der Leitern an selber Stelle vorgesehen und alle Türme sollten seitliche Handläufe bekommen – was in der Tat nur bei zweien der sechs der Fall sein war.

Im Anschluss kam dann die erste Ernüchterung in Sachen Blast Bags der MA. Passten sie vorher noch hervorragend in die Geschützrohröffnungen der Gehäuse (siehe Beitrag vom 16.01.), so hat der Designer nicht mit der Verwendung von Fotoätzteilen gerechnet. Denn durch Anbringen der vernieteten Umrandung der Öffnung, wurde selbige ein wenig enger und hob sich um 0,2mm vom Gehäuse ab. Eine ordentliche Platzierung des Blastbags war ohne sorgfältiges Abtragen des Resinmaterials nicht mehr möglich.
Außerdem musste ich feststellen, dass das zugehörige Messingrohr MIT Blastbag ca. 2-3mm länger war, als das ursprüngliche Geschützrohr und die Messingrohre von Pontos.

Da nun auch der Wunsch nach Bewegungsfreiheit der Geschützrohre in der Vertikalen immer größer wurde, habe ich mir ernsthaft überlegt, ob ich es nicht bei der Verwendung der Pontos Messingrohre belasse. Also habe ich kurzerhand die Plastikrohre von Revell von ihrer Achse getrennt, dort 0,6mm Löcher gebohrt und die Pontos-Messingrohre mit Sekundenkleber angebracht. Dabei war auf eine genaue Parallelstellung zu achten. Soweit kein Problem. Die fertigen Zwillingsrohre wurden dann in die Kippführung ins Gehäuse gesetzt und die neue Bewegungsfreiheit getestet.
Und damit kam ich zum nächsten Problem :?

Im Hintergrund das Nice-to-have – im Vordergrund die traurige Realität.

Die Messingrohre von Pontos sind so „schwer“, dass sie immer wieder herunterkippen, wenn man sie nach oben oder gar waagerecht ausrichtet.

Zwei Tage lang zerbrach ich mir den Kopf, wie ich die Ausrichtung flexibel, aber die Rohre anschließend auch in Position halten konnte.
Immer wieder und wieder überlegte ich, wie ich die Z-Achse „dicker“ machen könnte (z.B. mit einem Farbauftrag), um die Bewegung „schwerer“ zumachen.
Es ist unglaublich wie engstirnig man sich an einer Sache festfahren kann.

Dann vorgestern Abend kam mir beim Einschlafen die Idee :!: : Warum nicht ein Gegengewicht hinten an die Geschützrohrachse kleben, so dass das Konstrukt in der Achse ausbalanciert ist.

Somit sollte sich eine beliebige Ausrichtung ermöglichen lassen und die Rohre in Position bleiben – solange man nicht dran rumrappelt.
Also ging ich gestern mit dieser frischen – völlig anderen Idee ans Werk und verfranste mich an der Frage, was wohl als Gegengewicht geeignet wäre. Nach langem hin und her kam ich auf die Idee, es mit einem Knübbelchen Patafix (dieses Knetzeug von UHU) zu versuchen. Patafix ist flexibel und hat eine relativ hohe Dichte, welche ihm auch bei kleinen Mengen das benötigte Gewicht gibt.

Während ich also mit dem Zeug herum hantierte, kam mir plötzlich erneut eine völlig andere Idee:
Warum mit einem Gegengewicht arbeiten, bei dem die Rohre dennoch nicht fest in Ihrer Position bleiben, wenn man mit Patafix auch gleich die Achse schwergängiger machen könnte.
Also hab ich links und rechts an die Achse ein Knübbelchen Patafix gebapscht und siehe da, sie war augenblicklich schwergängiger und hielt auch bei Berührungen der Rohre zuverlässig die Position, die man sich ausgesucht hatte.

Das schien also die Lösung meines Problems, gebar aber gleich ein neues :roll:
Aus Erfahrung weiß ich dass Patafix auf die Umgebungstemperatur reagiert. Wird es kalt, so wird es steifer und verliert so seine leicht klebrige/flexible Funktion. Ist es hingegen (z.B. im Sommer) zu warm, wird es weicher und klebriger. Dann droht es sich weiter im Gehäuse zu verteilen oder schlimmer noch an unerwünschten Stellen sichtbar zu werden oder gar herauszuquetschen…

Diese Idee, war also nun eigentlich die beste Lösung, nur das Medium war noch das falsche. Erneut verging ein halber Tag, bis mir gestern Abend die endgültige Lösung in den Sinn schoss :!:

Ohrstöpsel!

Seit fast 10 Jahren verwende ich diese Dinger fast täglich (nein, nicht immer dieselben :lol: ) und daher sind mir deren Langzeit-Eigenschaften bestens bekannt:
Sie bleiben flexibel und versuchen auch nach monatelangem Zusammendrücken immer wieder in Ihre alte Form zurück zu kehren. THATS IT!

Also mit dem Cutter ein schmales Stück herausgeschnitten und in die Achsführung im Gehäuse eingesetzt (wird später geklebt).

Das sorgt für den nötigen Widerstand und hält die Geschützrohre in jeder gewünschten Position. :mrgreen: Damit sollte dieses Problem also nachhaltig gelöst ein. Jetzt überlege ich, ob ich das Ganze bei den Rohren der schweren Artillerie auf die gleiche Weise umsetze und somit auch dort auf die Blast Bags verzichte…

Im Folgenden nochmal der Vergleich der MA MIT und OHNE Blast Bags:

JA, die Blast Bags sehen schick aus, verhindern aber das vertikale Ausrichten der Rohre. Außerdem sind die Rohre MIT Blast Bags ein wenig zu lang und meines Erachtens auch zu dünn…


Die Nietenfrage…

28.02.2020 – Nein, damit meine ich nicht die Frage, wer eine Niete ist und wer nicht ;-)
Es geht mir dabei vielmehr um Folgendes:
Meine MA-Türme haben an den oberen Kanten eine schöne, feine Nietenstruktur. Jedoch fehlt diese leider gänzlich an den Seiten und auf der Rückseite der Gehäuse.
Gut, eigentlich sind es Schrauben mit einem Vierkantloch in der Mitte. Sehen aber ähnlich aus wie Nieten, also sage ich Nieten.

Lange hatte ich überlegt, wie ich diese fehlenden 0,2 – 0,3 mm kleinen Nieten erfolgreich aufbringen könnte:

  • feinste PE-Reste oder Halbkügelchen in Reihe aufbringen?
  • 0,2 mm Löcher bohren?
  • Mit einem Nietrad über die entsprechenden Kanten/Seiten fahren?

Das hätte ich dann A) mindestens über 700 Mal machen und B) exakt in einer Reihe hinbekommen müssen. C) Ein so kleines Nietrad gibt es nicht und selbst da hätte ich vermutlich keine gerade Linie hinbekommen.

Dann kam mir diese Idee: Die Nietenreihen irgendwie auf Decalpapier vorzubereiten und wenn es mir gerade genug ist und gefällt, könnte ich den Decalstreifen zurechtschneiden und aufs Gehäuse an die gewünschte Position übertragen. Aber irgendwie scheitert dieser Plan ebenfalls an A) und ein bisschen an B) (s.o.)

Also werde ich die fehlenden Nieten wohl weg lassen. Fällt bei der kleinen Größe vermutlich eh nicht groß auf…


Kleinkram

29.02.2020 – Ich lass das jetzt erstmal mit den fehlenden Schrauben, da ich dafür keine Lösung finde. Gibt genug anderen Wahnsinn, den man sich antun kann.

In diesem Sinne geht es ein wenig weiter mit der MA :)

Zunächst habe ich ein Stück Gießast über Flamme gezogen, um einen dünnen Plastikfaden zu erhalten. Diesen (vielleicht 0,2 mm dünn) hab ich dann in viele, ca. 0,6 mm, kleine Stücke gehackt.

Diese wiederum wurden nun mit viel Geduld, ruhiger Hand und wenig Sekundenkleber zwischen die beiden Geschützrohröffnungen auf der Vorderseite der MA-gehäuse geklebt.

Ehrlich gesagt hab ich noch keine Info dazu gefunden, was das für Dinger sind.* Aber da die auf allen Zeichnungen und Fotos auftauchen, wollte ich die auch gern darstellen…

Ein Modellbaukollege aus einem Forum hatte mir vorgeschlagen, die Abluftlöcher an den Gehäusen der Mittleren Artillerie darzustellen. Danke für diesen Floh im Ohr… ;)
Da es mir unmöglich erschien, diese mit einem 0,1 oder 0,2 mm Bohrer zu bohren (die Dinger brechen mir immer ab), habe ich mich auf den Kompromiss, 0,3mm Bohrer aber dafür nur 5 – 6 Öffnungen (statt der 8) pro Reihe, eingelassen.
Die Positionen hab ich mir aus den 3D Zeichnungen rausgesucht.

An der MA Stb und Bb II bin ich sehr zufrieden mit meinem Ergebnis auf der Rückseite. Bei den anderen, mit der horizontal seitlichen Position, bin ich irgendwie nicht so ganz gerade in Reihe geblieben :roll:

Aber ist Okay. Ich will nicht meckern.

* Ich habe mir inzwischen sagen lassen, dass diese kleinen „Stäbchen“ kleine Lämpchen waren, die aber nur nach unten geleuchtet haben – wieder was gelernt :-)


„Okay“ ist nicht genug…

02.03.2020 – Hachja… die Modellbau-Kollegen im Forum meinten, dass es ja doch ziemlich schwierig wäre, in diesem Maßstab so kleine Abluftlöcher vernünftig darzustellen und auch die verhältnismäßig „klobigen“ PE-Türen/-Luken auf der Rückseite wurden bemängelt. Denn eigentlicgh waren diese Luken mit der Rückwand bündig , bzw. in diese eingelassen.
Und damit haben die Kollegen Recht! Ich war im Begriff, mich gehen zu lassen, mich mit dem Akzeptablen zufrieden zu geben und auf die schiefe Bahn zu geraten.
Danke für’s Wachrütteln, liebe Kollegen :-)

Ich werde also versuchen, die Löcher wieder zuzuspachteln/-kleben/-stopfen… wie-auch-immer. Und dann überlege ich mir die Decal-Lösung. Das hat den Vorteil, dass ich dann auch wirklich jeweils 8 Löcher in gerader Reihe bekomme.
Aber die „Lämpchen“, die bleiben jetzt 8-)


Ran an den Speck

04.03.2020 – Ich hab mich jetzt nochmal dran gemacht und die 0,3 mm Löcher wieder zugespachtelt und die Türen/Luken auf der Rückseite der Türme entfernt.

Es ist beschlossene Sache: Sowohl die Abluftlöcher und Türen als auch die fehlenden Nieten-/Schrauben-Reihen werden als Decal aufgebracht. Und so habe ich mich mal mit Photoshop an diese Decal-Lösung gemacht. Was soll ich sagen? Der erste Probedruck sieht gar nicht mal übel aus.

Bei der Gelegenheit hatte ich auch gleich mal verschiedene Größen der Schilder mit Beschriftung („Vorsicht scharfe Munition“ und „Achtung Hoch Spannung“) mit gedruckt, die an diversen Stellen auf der Bismarck angebracht waren. Von der Größe her werden es wohl die Kleinsten…

Aber zurück zur MA. Probehalber habe ich eine MA II mal unter die Airbrush kommen lassen. Mit AK 732 hellgrau hielt ich drauf und hatte im Anschluss erneut das starke Gefühl, dass dieses Grau einen Tacken zu hell für meinen Geschmack ist. Also mal 10% AK 733 dunkelgrau beigemischt und an einer SA getestet.

Links jeweils unlackiert, Mitte 732+733, rechts 732 pur. Diese Fotos geben die Farben leider nicht exakt wieder.

Hier sieht es etwas realistischer aus. Jetzt bin ich allerdings unschlüssig… :? Mal sehen, wie es morgen im Tageslicht wirkt.

Wenn ich mich entschieden habe und die Farbe durchgetrocknet ist, werde ich probehalber die Decals auf der Rückseite aufbringen.

Es bleibt spannend… :-)

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