Mittlere Artillerie II

Im zweiten Arbeitsschritt der mittleren Artillerie geht es nun um die Verkleidung des Holzgerüsts mit Messing-Photoätzteilen, die dem Geschütz mit ihren filigranen Nietreihen ein realistisches Aussehen geben.

Die Bauteile für die Verkleidung
Auf der Abbildung sieht man den im voherigen Schritt gebauten Holzkern und die ersten zu verbauenden Photoätzteile.

Die Ätzteile müssen aber zunächst in Form gebracht und der Holzkern an der einen oder anderen Stelle nachgeschliffen werden, damit alles nahtlos aneinander passt.

Kleinere Ritzen können später auch noch gut mit Feinspachtel gefüllt und verschliffen werden.

Biegen der Messingteile
Zum Biegen scharfkantiger Ecken und Winkel verwende ich ganz gern alte Bleibuchstaben aus der Druckerei, die mir mit Ihren scharfen Ecken und Kanten ideal für diesen Zweck erscheinen.

Als Unterlage verwende ich eine Glasscheibe aus einem kleinen Holzbilderrahmen. Zum Biegen lege ich das Ätzteil also auf die Glasplatte und den Bleibuchstaben auf eine der zu biegenden Nähte. Diese Nähte erleichtern die Arbeit ungemein.

Abb. 3.2.8 zeigt die Verkleidung nach den ersten paar Biegeversuchen.
Man muss besonders aufpassen, dass man das Teil nicht zu weit und nicht zu oft biegt. Letzteres führt zwagsläufig zum Bruch der Nahtstelle.
Am Besten erreicht man den korrekten Winkel etappenweise. Nach jedem Biegen lege ich das Teil auf die Holzkonstruktion und wenn der Winkel noch nicht ausreicht, biege ich ein wenig weiter.

Nach rund 5 Minuten ist die vordere Verkleidung fertig. Auf Abb. 3.2.9 siehst Du das vorläufige Endergebnis dieser Arbeit.

Sehr schön lassen sich die eingeätzten Nietenreihen erkennen, die die Panzerplatten und Außenwände beim Original zusammen hielten.


Anbringen der Verkleidung
Nun wird es wieder etwas knifflig. Nach einer kurzen finalen Trockenpassprobe bestreiche ich das Dach und die Stirnplatte mit Sekundenkleber.
Dann muss alles schnell gehen, denn nach dem ersten Kontakt der beiden Teile ist eine Korrektur nur noch für Sekunden möglich.

Das erste Stück ist aber im Nu platziert und scheint korrekt zu sitzen.

Tricksen ist angesagt
Da bei der Trockenpasprobe der hinteren Verkleidung auffällt, dass der Holzkern noch ein wenig zu breit ist, beschließe ich die Messingverleidung entlang der Knickstellen zu den Seiten in drei Teile zu zerlegen.

Somit habe ich beim Aufkleben zwar kleine Spalten zwischen der hinteren und den Seitenwänden, aber die kann man später gut verspachteln. Abb. 3.2.11 noch ohne Rückwand.

Fertigstellung der Verkleidung
Den Abschluss bilden vorerst die beiden Nietenbänder um die Geschützrohröffnungen.

Abb. 3.2.12 zeigt die ersten beiden fertiggestellten Geschützturmgehäuse. Weitere vier müssen noch in ähnlicher Weise verkleidet werden.

Hier ist man mit knapp einer dreiviertel Stunde pro Turm beschäftigt.

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